Kurz gesagt: WordPress ist ein kostenloses Open-Source-Content-Management-System (CMS), mit dem sich Websites, Blogs und Online-Shops ohne tiefe Programmierkenntnisse erstellen und pflegen lassen. Es ist mit Abstand das meistgenutzte CMS der Welt und treibt rund vier von zehn aller Websites an. Für kleine und mittlere Unternehmen ist es attraktiv, weil die Basis gratis ist, sich fast jede Funktion über Plugins ergänzen lässt und es einen riesigen Markt an Dienstleistern und Vorlagen gibt. Der Preis dafür: WordPress will regelmäßig gewartet werden, und Sicherheit sowie DSGVO-Konformität liegen in der Verantwortung des Betreibers.
Was ist WordPress und woher kommt es?
WordPress ist ein Open-Source-CMS, das 2003 von Matt Mullenweg und Mike Little als Weiterentwicklung des Blog-Tools b2/cafelog gestartet wurde. Geschrieben in der serverseitigen Sprache PHP, speichert es Inhalte in einer MySQL-Datenbank (bzw. der kompatiblen MariaDB) und nutzt HTML, CSS und JavaScript für Darstellung und Interaktivität.
Aus dem ursprünglichen Blogging-Werkzeug ist über zwei Jahrzehnte eine universelle Plattform geworden: vom persönlichen Blog über die klassische Unternehmenswebsite bis zum E-Commerce-Shop. Wichtig zu wissen ist der Unterschied zwischen WordPress.org (die freie Software, die man auf einem eigenen Hosting installiert und voll kontrolliert) und WordPress.com (ein gehosteter Service mit Tarifen). Dieser Artikel bezieht sich auf das selbstgehostete WordPress.org, das für die meisten KMU-Websites relevant ist.
Wie verbreitet ist WordPress wirklich?
WordPress ist klarer Marktführer unter den Content-Management-Systemen. Laut den fortlaufenden Erhebungen von W3Techs wird es von rund 40 Prozent aller Websites weltweit eingesetzt und hält damit knapp 60 Prozent Anteil unter allen Websites, bei denen sich ein CMS erkennen lässt (Stand 2026, die genaue Zahl schwankt je nach Messzeitpunkt). Zum Vergleich folgen mit deutlichem Abstand Plattformen wie Shopify, Wix sowie die klassischen CMS Joomla und Drupal.
Bemerkenswert: Der CMS-Anteil von WordPress ist 2026 erstmals seit Jahren leicht unter die 60-Prozent-Marke gerutscht – ein Hinweis darauf, dass Baukasten-Dienste und Shop-Systeme aufholen. Für die Praxis ändert das wenig: WordPress bleibt das System mit dem größten Ökosystem an Themes, Plugins, Tutorials und Dienstleistern.
Wie funktioniert WordPress technisch?
Hinter WordPress steckt ein bewährter, gut dokumentierter Technologie-Stack. Vier Bausteine sind zentral:
- PHP und MySQL/MariaDB: PHP läuft auf dem Server und erzeugt die Seiten dynamisch, die Datenbank speichert Beiträge, Seiten, Kommentare und Nutzerdaten.
- Themes: Eine Sammlung von Vorlagen, die das Design bestimmen. Seit WordPress 5.9 (2022) gibt es das blockbasierte Full Site Editing, mit dem sich auch Kopf-, Fuß- und Layoutbereiche direkt im Editor gestalten lassen.
- Plugins: Erweiterungen für nahezu jeden Zweck – von SEO über Backups bis zum Online-Shop. Bekannte Beispiele sind WooCommerce (E-Commerce), Yoast SEO oder Elementor (visueller Seiten-Editor).
- REST API: Über die Schnittstelle lässt sich WordPress mit anderen Systemen verbinden oder als Headless CMS betreiben – als reines Backend, dessen Inhalte ein modernes Frontend (etwa mit React oder Vue.js) ausliefert.
Der Block-Editor Gutenberg ist heute das Standard-Werkzeug zum Erstellen von Inhalten und wird mit jeder WordPress-Version weiterentwickelt.
Welche Vorteile bietet WordPress für KMU?
Für kleine und mittlere Unternehmen sprechen vor allem diese Punkte:
- Kosten: Die Software selbst ist kostenlos. Es fallen Kosten für Hosting, Domain und gegebenenfalls Premium-Themes oder -Plugins an – die Einstiegshürde ist aber niedrig.
- Bedienbarkeit: Inhalte lassen sich über ein übersichtliches Dashboard pflegen, ohne dass man programmieren können muss.
- Flexibilität: Über Themes und Plugins lässt sich praktisch jede Anforderung abdecken – vom Blog über das Buchungssystem bis zum Shop.
- SEO-Grundlagen: Saubere URLs, Meta-Angaben und Plugin-Unterstützung erleichtern die Suchmaschinenoptimierung.
- Skalierbarkeit und Unabhängigkeit: WordPress wächst mit, und weil es Open Source ist, bindet es nicht an einen einzelnen Anbieter. Man findet leicht Dienstleister für Pflege und Weiterentwicklung.
Worauf müssen KMU bei Sicherheit und DSGVO achten?
Gerade wegen seiner Verbreitung ist WordPress ein beliebtes Angriffsziel. Die meisten Probleme entstehen nicht durch den Kern, sondern durch veraltete Plugins und Themes. Wer eine WordPress-Site betreibt, sollte daher einige Grundregeln beachten:
- Updates konsequent einspielen: WordPress-Kern, Themes und Plugins regelmäßig aktualisieren; Sicherheits-Patches möglichst zeitnah. Vor größeren Updates empfiehlt sich ein Backup und idealerweise ein Test auf einer Staging-Umgebung.
- Backups einrichten: Regelmäßige, automatisierte Sicherungen von Datenbank und Dateien – und gelegentlich testen, ob sich die Wiederherstellung wirklich durchführen lässt.
- Härtung: SSL/HTTPS, sichere Passwörter, Zwei-Faktor-Authentifizierung und ein Sicherheits-Plugin reduzieren das Risiko deutlich.
- DSGVO: Für jede in Deutschland betriebene Website gelten DSGVO und TDDDG (vormals TTDSG). Dazu gehören eine korrekte Datenschutzerklärung, eine Rechtsgrundlage für die Datenverarbeitung und – bei nicht zwingend nötigen Cookies/Tools – ein rechtssicheres Einwilligungs-Banner (Consent). Prüfen Sie auch, ob eingesetzte Plugins datenschutzkonform arbeiten und keine Daten ungefragt an Dritte übertragen.
Wichtig: Auch Sicherheits- und DSGVO-Plugins selbst können Schwachstellen haben. Halten Sie deshalb gerade diese Erweiterungen besonders aktuell und setzen Sie nur auf gepflegte, weit verbreitete Lösungen.
Wie sieht die Zukunft von WordPress aus?
WordPress wird kontinuierlich weiterentwickelt, üblicherweise mit mehreren größeren Releases pro Jahr. Drei Richtungen prägen die Entwicklung:
- Künstliche Intelligenz: KI-gestützte Funktionen halten Einzug – etwa zur Unterstützung beim Erstellen, Strukturieren und Optimieren von Inhalten.
- Block-Editor und Zusammenarbeit: Der Gutenberg-Editor wird ausgebaut, unter anderem in Richtung kollaborativer Bearbeitung und feinerer Gestaltungskontrolle.
- Headless-Architekturen: WordPress als reines Backend in Kombination mit modernen Frontend-Technologien gewinnt für anspruchsvolle Projekte an Bedeutung.
Für KMU bleibt die Botschaft pragmatisch: WordPress ist eine ausgereifte, zukunftssichere Basis – vorausgesetzt, jemand kümmert sich verlässlich um Updates, Sicherheit und Datenschutz.
Häufige Fragen
Ist WordPress wirklich kostenlos?
Die Software WordPress.org ist kostenlos und Open Source. Kosten entstehen für Hosting, Domain und optional für Premium-Themes oder -Plugins sowie für Wartung und Weiterentwicklung. Die gehostete Variante WordPress.com arbeitet dagegen mit gestaffelten Tarifen.
Wie groß ist der Marktanteil von WordPress?
Laut den laufenden Erhebungen von W3Techs nutzt rund 40 Prozent aller Websites weltweit WordPress; unter den Websites mit erkennbarem CMS sind es knapp 60 Prozent (Stand 2026). Die genauen Werte schwanken je nach Messzeitpunkt.
Eignet sich WordPress für einen Online-Shop?
Ja. Mit dem Plugin WooCommerce lässt sich WordPress zu einem vollwertigen Online-Shop mit Produktkatalog, Warenkorb, Zahlungsabwicklung und Bestellverwaltung erweitern. Es ist für kleine wie größere Shops geeignet.
Ist WordPress sicher?
Der WordPress-Kern gilt als solide, wird aber wegen seiner Verbreitung häufig angegriffen. Die meisten Sicherheitsprobleme entstehen durch veraltete Plugins oder Themes. Mit konsequenten Updates, Backups, HTTPS, starken Passwörtern und einem Sicherheits-Plugin lässt sich das Risiko deutlich senken.
Ist eine WordPress-Website automatisch DSGVO-konform?
Nein. DSGVO-Konformität liegt in der Verantwortung des Betreibers. Nötig sind unter anderem eine korrekte Datenschutzerklärung, eine Rechtsgrundlage für die Datenverarbeitung, SSL-Verschlüsselung und ein Einwilligungs-Banner für nicht zwingend erforderliche Cookies und Tools. Auch eingesetzte Plugins sollten auf Datenschutzkonformität geprüft werden.
Quellen
- W3Techs – Usage Statistics and Market Share of WordPress
- WordPress.org – Roadmap
- e-recht24.de – WordPress Tools & Plugins: Was ist nach DSGVO noch erlaubt?
- Developer.WordPress.org – Gutenberg versions in WordPress
Hinweis: Zahlen, Preise und Marktdaten ändern sich – bitte am offiziellen Stand prüfen. Stand der Recherche: Juni 2026.
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