Kurz gesagt: Pipedrive ist ein cloudbasiertes CRM, das für vertriebsorientierte kleine und mittlere Unternehmen gebaut wurde. Stärke ist die visuelle Verkaufspipeline mit Drag-and-drop; die Einstiegstarife sind günstiger als bei vielen Konkurrenten. Wer eine vollwertige Marketing-Automation oder tiefe ERP-Anbindung braucht, stößt allerdings an Grenzen. Für deutsche KMU ist relevant, dass Pipedrive einen Auftragsverarbeitungsvertrag und EU-Rechenzentren anbietet.
Was ist Pipedrive und für wen eignet es sich?
Pipedrive ist eine CRM-Software, die 2010 in Estland gegründet wurde und sich von Beginn an auf den Vertrieb konzentriert. Der Kern ist die Pipeline-Ansicht: Sie zeigt jede Verkaufschance als Karte in einer Spalte, die für eine Phase des Verkaufsprozesses steht. Per Drag-and-drop wandert ein Deal von Phase zu Phase, etwa von "Erstkontakt" über "Angebot" bis "Abschluss".
Die Zielgruppe sind klar vertriebsgetriebene kleine und mittlere Unternehmen, Selbstständige, Agenturen und Beratungen mit überschaubaren Teamgrößen. Wer in erster Linie Leads systematisch nachverfolgen und Abschlüsse strukturieren will, ist gut bedient. Für komplexe Konzernstrukturen oder sehr individuelle Datenmodelle ist die Software dagegen weniger ausgelegt.
Welche Funktionen bietet Pipedrive?
Der Funktionsumfang deckt den typischen Vertriebsalltag ab. Die wichtigsten Bausteine:
- Pipeline- und Deal-Management: visuelle Phasen, die sich frei an den eigenen Verkaufsprozess anpassen lassen.
- Lead- und Kontaktverwaltung: zentrale Ablage aller Interaktionen, Notizen und Aktivitäten zu einem Kontakt.
- E-Mail-Integration: Synchronisierung des Postfachs, Vorlagen und je nach Tarif E-Mail-Tracking (Öffnungs- und Klickerkennung).
- Automatisierungen: regelbasierte Workflows wie automatische Folgeaufgaben oder Statuswechsel, abhängig vom gebuchten Tarif.
- Berichte und Prognosen: anpassbare Dashboards und Umsatzprognosen auf Basis der Pipeline-Daten.
- KI-Funktionen: Pipedrive bewirbt einen KI-gestützten Sales Assistant mit Empfehlungen, Hinweisen auf inaktive Deals und E-Mail-Zusammenfassungen. Welche KI-Funktionen in welchem Tarif enthalten sind, sollten Sie vor dem Kauf prüfen.
- Mobile App und Integrationen: Apps für iOS und Android sowie ein Marktplatz mit Anbindungen an gängige Tools (z. B. Kalender, Slack, Google Workspace).
Was kostet Pipedrive im Jahr 2026?
Im Juli 2025 hat Pipedrive seine Tarifstruktur umgestellt. Statt der bisherigen fünf gibt es jetzt vier Stufen: Lite, Growth, Premium und Ultimate. Die Abrechnung erfolgt pro Nutzer und Monat, jährliche Zahlung ist günstiger als monatliche.
- Lite (vormals Essential): Einstieg, je nach Quelle ab rund 14 € pro Nutzer/Monat bei Jahreszahlung.
- Growth (vormals Advanced): rund 39 € pro Nutzer/Monat.
- Premium (Zusammenführung von Professional und Power): rund 59 € pro Nutzer/Monat.
- Ultimate (vormals Enterprise): rund 79 € pro Nutzer/Monat.
Wichtig: Diese Preise ändern sich erfahrungsgemäß und unterscheiden sich nach Region und Abrechnungsintervall. Prüfen Sie die tagesaktuellen Konditionen direkt bei Pipedrive. Außerdem kosten Zusatzmodule wie LeadBooster oder Campaigns extra, sodass der reine Sitzpreis selten der Endpreis ist. Einen dauerhaft kostenlosen Tarif gibt es nicht, nur eine zeitlich begrenzte Testphase.
Ist Pipedrive DSGVO-konform?
Für deutsche Unternehmen ist der Datenschutz ein zentrales Auswahlkriterium. Pipedrive stellt nach eigenen Angaben einen Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) gemäß Art. 28 DSGVO bereit, der Teil der Nutzungsbedingungen ist und nicht separat verhandelt werden muss. Als Datenstandort nennt der Anbieter die EU; Kunden mit deutschem Standort werden laut Anbieter auf Servern in Frankfurt gehostet.
"DSGVO-konform" ist allerdings keine reine Eigenschaft der Software, sondern hängt auch von Ihrer Konfiguration ab: Zugriffsrechte, Löschkonzepte, Drittland-Übermittlungen durch Integrationen und der konkrete AVV-Stand. Prüfen Sie den aktuellen AVV und das Verzeichnis der Unterauftragsverarbeiter, bevor Sie personenbezogene Daten einpflegen, und ziehen Sie im Zweifel Ihre Datenschutzberatung hinzu.
Wo liegen die Grenzen von Pipedrive?
Kein CRM passt für jeden. Bei Pipedrive sollten Sie diese Punkte einplanen:
- Marketing-Automation: Im Vergleich zu All-in-one-Plattformen sind die Marketingfunktionen begrenzt. Wer intensiv Kampagnen fährt, kombiniert Pipedrive oft mit einem spezialisierten Tool.
- Komplexe Anforderungen: Sehr große oder stark verzweigte Organisationen mit individuellen Datenmodellen stoßen schneller an Grenzen als bei umfangreicheren Suiten.
- Kosten durch Add-ons: Der attraktive Einstiegspreis kann durch Zusatzmodule und höhere Tarife für benötigte Funktionen deutlich steigen.
- Support: Reaktionszeiten und Support-Umfang variieren je nach Tarif. Klären Sie vorab, welcher Support-Level für Sie ausreicht.
Lohnt sich der Einstieg für ein KMU?
Wenn Ihr Engpass im strukturierten Vertrieb liegt und Sie ein schlankes, schnell einführbares Werkzeug suchen, ist Pipedrive eine ernstzunehmende Option. Nutzen Sie die kostenlose Testphase, um den eigenen Verkaufsprozess in der Pipeline abzubilden, und rechnen Sie die Gesamtkosten inklusive der für Sie nötigen Add-ons über alle geplanten Nutzer durch, bevor Sie sich festlegen. So vermeiden Sie, dass aus einem günstigen Einstieg ein teurer Dauerläufer wird.
Häufige Fragen
Gibt es Pipedrive kostenlos?
Einen dauerhaft kostenlosen Tarif bietet Pipedrive nicht. Es gibt eine zeitlich begrenzte Testphase, für die in der Regel keine Kreditkarte nötig ist. Den genauen Umfang und die Dauer sollten Sie direkt beim Anbieter prüfen.
Wie viel kostet Pipedrive pro Nutzer?
Seit der Tarifumstellung 2025 gibt es vier Stufen (Lite, Growth, Premium, Ultimate), abgerechnet pro Nutzer und Monat. Die Spanne reicht je nach Quelle von rund 14 € bis rund 79 € bei Jahreszahlung. Da sich Preise ändern und Add-ons extra kosten, prüfen Sie die tagesaktuellen Konditionen bei Pipedrive.
Ist Pipedrive DSGVO-konform nutzbar?
Pipedrive stellt einen Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO bereit und nennt EU-Rechenzentren als Datenstandort. Ob Ihr Einsatz konform ist, hängt zusätzlich von Ihrer Konfiguration, den genutzten Integrationen und Löschkonzepten ab. Prüfen Sie den aktuellen AVV und ziehen Sie im Zweifel eine Datenschutzberatung hinzu.
Für welche Unternehmen ist Pipedrive geeignet?
Pipedrive richtet sich an vertriebsorientierte kleine und mittlere Unternehmen, Selbstständige, Agenturen und Beratungen. Für komplexe Konzernstrukturen oder umfangreiche Marketing-Automation gibt es passendere Alternativen.
Hat Pipedrive KI-Funktionen?
Ja, Pipedrive bewirbt einen KI-gestützten Sales Assistant mit Empfehlungen, Hinweisen auf inaktive Deals und E-Mail-Zusammenfassungen. Welche KI-Funktionen in welchem Tarif enthalten sind, sollten Sie vor dem Kauf beim Anbieter prüfen.
Quellen
- Pipedrive: What's new in Pipedrive plans (Knowledge Base)
- Pipedrive: AI Sales Assistant (Features)
- Zeeg: Ist Pipedrive DSGVO-konform? (2026)
- Pipedrive Pricing 2026 Guide & Calculator (Zeeg)
Hinweis: Zahlen, Preise und Fristen ändern sich – bitte am offiziellen Stand prüfen. Stand der Recherche: Juni 2026.
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