Kurz gesagt: Für aktives Netzwerken, Content und internationale Kontakte führt 2026 kein Weg an LinkedIn vorbei – mit weltweit über einer Milliarde Mitgliedern und rund 28 Millionen im DACH-Raum. XING hat sich seit der Abschaltung von Gruppen und Events Anfang 2023 vom Netzwerk zur reinen Job- und Recruiting-Plattform für den deutschsprachigen Markt entwickelt. Wer im DACH-Raum gezielt Stellen besetzt, kann XING ergänzend nutzen – als zentrales Netzwerk taugt es kaum noch.
Was ist der entscheidende Unterschied zwischen LinkedIn und XING?
Beide Plattformen wurden 2003 gegründet (XING zunächst als OpenBC, Open Business Club) und galten lange als direkte Konkurrenten. Heute verfolgen sie unterschiedliche Strategien:
- LinkedIn ist ein globales Business-Netzwerk mit starkem Fokus auf Networking, Content und Personal Branding. Beiträge, Artikel und Videos spielen eine zentrale Rolle.
- XING hat sich laut Betreiber New Work SE bewusst „von einem allgemeinen beruflichen Netzwerk hin zu einer Job-Community“ entwickelt und konzentriert sich auf Stellensuche und Recruiting im DACH-Raum.
Der wichtigste Unterschied ist also kein Detail bei Funktionen, sondern die grundsätzliche Ausrichtung: LinkedIn will, dass Sie aktiv sind und Reichweite aufbauen. XING will Sie und passende Jobs zusammenbringen.
Wie groß sind LinkedIn und XING heute wirklich?
Die Reichweite hat sich in den letzten Jahren deutlich verschoben:
- LinkedIn weltweit: über 1 Milliarde registrierte Mitglieder (Anfang 2025 laut DataReportal rund 1,2 Mrd.). Die alte Zahl von „700 Millionen“ ist mehrere Jahre veraltet.
- LinkedIn im DACH-Raum: rund 28 Millionen Mitglieder, davon etwa 22 Millionen in Deutschland (Stand 2025).
- XING im DACH-Raum: rund 22,5 Millionen Mitglieder (Q2 2024). XING ist damit fast ausschließlich ein DACH-Netzwerk.
Wichtig: Diese Zahlen sind registrierte Mitglieder, nicht monatlich aktive Nutzer. Gerade bei XING liegen viele Profile seit Jahren brach. Die tatsächliche Aktivität ist bei LinkedIn spürbar höher.
Stimmt es, dass XING keine Gruppen und Events mehr hat?
Ja. Das ist die wichtigste Änderung, die viele ältere Vergleiche noch falsch darstellen. New Work SE hat die Funktionen XING Gruppen und den XING Eventmarkt Anfang 2023 abgeschaltet (angekündigt 2022, umgesetzt im Januar 2023). Damit sind klassische Social- und Community-Funktionen, die XING früher von einer reinen Jobbörse unterschieden haben, weggefallen.
Wer XING heute für regionale Veranstaltungen oder Fachgruppen einsetzen möchte, sucht vergeblich. Diese Rolle ist im DACH-Raum weitgehend an LinkedIn-Gruppen, LinkedIn-Events und externe Plattformen übergegangen.
Welches Netzwerk ist besser für Recruiting im DACH-Raum?
Hier ist die Antwort weniger eindeutig – und genau das macht den Vergleich für Personalverantwortliche interessant:
- XING: Stark verankert im deutschsprachigen Mittelstand. Die Jobbörse ist auf den DACH-Markt zugeschnitten, viele klassische Fach- und Sachbearbeiterprofile sind hier eher vertreten als auf LinkedIn. Für regionales Recruiting kann XING weiterhin sinnvoll sein.
- LinkedIn: Die erste Wahl für IT, Tech, Management, internationale Rollen und alles, was über aktives Active Sourcing und Arbeitgeber-Branding läuft. Reichweite und Aktivität sind deutlich höher.
Faustregel: Internationale, digitale oder führende Positionen eher über LinkedIn, klassische DACH-Fachkräfte und regionale Stellen ergänzend über XING.
Was kosten Premium-Mitgliedschaften bei LinkedIn und XING?
Beide Anbieter setzen auf ein kostenloses Basisprofil plus kostenpflichtige Premium-Stufen. Die konkreten Preise ändern sich regelmäßig und unterscheiden sich je nach Zielgruppe (Privatperson, Recruiter, Vertrieb), daher prüfen Sie diese am besten direkt beim Anbieter.
- LinkedIn Premium: mehrere Stufen (Career, Business, Sales Navigator, Recruiter) mit InMail-Nachrichten, erweiterten Suchfiltern und Profil-Insights.
- XING Premium / ProJobs: erweiterte Suchfilter, Sichtbarkeitsvorteile bei der Jobsuche und Nachrichtenfunktionen.
Für die meisten KMU reicht zum Start ein gut gepflegtes kostenloses Profil. Premium lohnt sich erst, wenn Sie aktiv Active Sourcing oder Vertrieb über die Plattform betreiben.
Welche Plattform sollten KMU 2026 priorisieren?
Für kleine und mittlere Unternehmen, die sichtbar werden, Fachkräfte gewinnen oder Geschäftskontakte aufbauen wollen, ist die Reihenfolge meist klar:
- Zuerst LinkedIn: hier finden Sie Reichweite, Austausch, Content-Möglichkeiten und die aktivste B2B-Community im DACH-Raum.
- XING ergänzend: sinnvoll vor allem für DACH-fokussiertes Recruiting und um auch dort als Arbeitgeber auffindbar zu sein.
Entscheidend ist nicht, auf welcher Plattform Sie ein Profil haben, sondern dass es vollständig, aktuell und auf Ihre Ziele ausgerichtet ist. Ein konsistenter Auftritt auf der richtigen Plattform bringt mehr als Karteileichen auf beiden. Wenn Sie Ihre Online-Präsenz und digitale Sichtbarkeit strategisch aufbauen wollen, lohnt es sich, das als Teil Ihrer gesamten Digitalisierungsstrategie zu denken – statt isoliert nur „ein Profil anzulegen“.
Häufige Fragen
Ist XING tot oder lohnt es sich 2026 noch?
XING ist nicht tot, hat sich aber stark gewandelt. Seit der Abschaltung von Gruppen und Events Anfang 2023 ist es vor allem eine Job- und Recruiting-Plattform für den DACH-Raum. Für regionale Stellensuche und das Auffinden klassischer Fachkräfte kann es weiterhin sinnvoll sein, als aktives Netzwerk hat es gegenüber LinkedIn aber stark verloren.
Wie viele Nutzer haben LinkedIn und XING?
LinkedIn hat weltweit über 1 Milliarde registrierte Mitglieder (Anfang 2025 rund 1,2 Mrd. laut DataReportal) und etwa 28 Millionen im DACH-Raum. XING kommt im DACH-Raum auf rund 22,5 Millionen Mitglieder (Q2 2024). Es handelt sich um registrierte, nicht zwingend aktive Profile.
Sollte man als Unternehmen auf beiden Plattformen sein?
Für die meisten KMU empfiehlt es sich, zuerst LinkedIn konsequent zu nutzen, weil dort Reichweite und Aktivität höher sind. XING lohnt sich ergänzend vor allem für DACH-fokussiertes Recruiting. Wichtiger als die Zahl der Profile ist, dass das genutzte Profil vollständig und gepflegt ist. Wie sich solche Netzwerke in die lokale Kundengewinnung einfügen, zeigt unsere Seite zum Online-Marketing für KMU in Teltow-Fläming.
Hat XING wirklich seine Gruppen und Events abgeschafft?
Ja. Betreiber New Work SE hat 2022 angekündigt und Anfang 2023 umgesetzt, die Funktionen XING Gruppen und den XING Eventmarkt einzustellen. Diese Community-Funktionen gibt es auf der Plattform nicht mehr.
Welches Netzwerk ist besser für internationale Kontakte?
Eindeutig LinkedIn. Mit über einer Milliarde Mitgliedern weltweit ist es die Standardplattform für internationales Business-Networking. XING ist nahezu vollständig auf den deutschsprachigen Raum (Deutschland, Oesterreich, Schweiz) beschränkt.
Quellen
- DataReportal – Essential LinkedIn Stats and Trends
- Statista – Xing: Nutzer in der DACH-Region
- marconomy – XING stellt XING Gruppen und Eventmarkt ein
- Xing (Job-Plattform) – Wikipedia
Hinweis: Zahlen/Marktdaten ändern sich – bitte am offiziellen Stand prüfen. Stand der Recherche: Juni 2026.
Stand: 18. Juni 2026. Dieser Beitrag ist eine allgemeine Information nach bestem Wissen und keine Rechts-, Steuer- oder Unternehmensberatung für den Einzelfall. Rechtslage, Preise und Produkte ändern sich; maßgeblich sind der Gesetzestext und die jeweilige Primärquelle. Für eine Entscheidung in Ihrem Betrieb ziehen Sie bitte fachkundigen Rat zu Ihrem konkreten Fall hinzu.
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